Facebook zeigt die seltsamste Tastatur, die ihr je gesehen habt

Facebook-Forscher haben eine clevere Art der Texteingabe für VR und AR entwickelt, die sich Handtracking zunutze macht, jedoch etwas Eingewöhnung voraussetzt. MIXED | News zu VR, AR und KI & Tomislav Bezmalinovic

Facebook hat eine clevere Art der Texteingabe entwickelt, die sich Handtracking zunutze macht.

Wer in Virtual Reality eine Tastatur bedient hat, weiß: Das geht umständlich und langsam. Facebook-Forscher haben eine clevere Art der Texteingabe namens “Pinchtype” entwickelt, die sich Handtracking zunutze macht, jedoch etwas Eingewöhnung voraussetzt.

Nutzer führen den Daumen mit einem weiteren Finger der gleichen Hand zusammen, um aus einer Gruppe von Buchstaben zu wählen, die der QWERTY-Tastaturbelegung entsprechen.

Ein Beispiel: Führt man den Zeigefinger mit dem Daumen zusammen, wird diejenige Gruppe von Buchstaben ausgewählt, auf die man beim Zehnfingersystem mit dem jeweiligen Zeigefinger tippt.

Das soll den Einstieg in die neue Texteingabe erleichtern. Die Fingerspitzen und Buchstabengruppen sind zudem farblich kodiert. Das hilft Nutzern, die das Zehnfingersystem nicht verinnerlicht haben.

Hat man hintereinander mehrere Buchstabengruppen ausgewählt, ermittelt ein KI-Sprachmodell eine Reihe von Worten, die dieser Kombination von Buchstaben entsprechen könnten und sortiert sie in einer Liste nach Wahrscheinlichkeit. Alternativ können Nutzer das richtige Wort aus dieser Liste auch selbst wählen.

Dies wird durch eine Kombination aus Pinchgesten der linken und rechten Hand und Auf- und Abbewegen der rechten Hand bewerkstelligt. Für die Betätigung der Leertaste dient ebenfalls eine Pinchgesten-Kombination. Hierbei werden beide Daumen mit den Zeigefingern zusammengeführt.

 

Pinchtype will gelernt sein

Facebook testete die Tauglichkeit der XR-Texteingabe in einer vorläufigen Studie mit 14 Teilnehmern. Die Kriterien waren Geschwindigkeit und Genauigkeit bei der Erstnutzung.

Die Studienteilnehmer mussten 40 Sätze eintippen. Das Resultat: Die Teilnehmer erreichten eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 12 Worten pro Minute. Wenn sie ihre Fehler nicht korrigierten, schafften sie 20 Worte pro Minute. Sie berichteten außerdem, dass Pinchtype angenehmer zu nutzen sei als eine in der Luft schwebende virtuelle Tastatur.

Getestet wurde wahrscheinlich mit einer Oculus Quest. Die autarke VR-Brille unterstützt optisches Hand- und Fingertracking (siehe Infos). Die Texteingabe mit Oculus Quest ist aktuell noch recht umständlich: Man muss einen Buchstaben mit dem Cursor-Punkt auswählen und zur Bestätigung Daumen und Zeigefinger zusammenführen.

Pinchtype hätte diesen Monat auf der Fachkonferenz CHI 2020 in Honolulu vorgestellt werden sollen, ebenso wie die neue Version des haptischen Armbands Tasbi. Die Veranstaltung wurde wegen der Corona-Krise abgesagt.

Quelle und Titelbild: ACM SIGCHI (Youtube)

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