Schwertkämpfe in VR: KI sorgt für realistisches Gegnerverhalten

Forscher der University of Bath haben eine KI entwickelt, die Schwertkämpfe herausfordernder und realistischer machen soll. MIXED | News zu VR, AR und KI & Tomislav Bezmalinovic

Forscher der University of Bath haben eine KI entwickelt, die Schwertkämpfe realistischer machen soll.

Schwertkämpfe in VR sind ein ungelöstes technisches Problem. In herkömmlichen Spielen müssen computergesteuerte Schwertkämpfer lediglich auf Tastenkombinationen reagieren, in Virtual Reality auf eine unendliche Zahl möglicher Bewegungsabläufe. Forscher der University of Bath wollen dieses Problem mit Künstlicher Intelligenz gelöst haben.

“In Virtual Reality können Spieler mittels natürlicher Bewegungen mit der Spielwelt zu interagieren. Das macht es schwieriger, Spiele zu designen, die auf überzeugende Weise auf die Bewegungen des Spielers reagieren”, erklärt der Computerwissenschaftler Christof Lutteroth, der an der Entwicklung der Schwertkampf-KI “Touche” beteiligt war.

“Touche erhöht den Realismus eines Schwertkampfs, indem es zum einen passende Animationen gegen Attacken generiert, zum anderen nichtreaktives Verhalten eliminiert. Mit unserem KI-Modell kann ein Spielcharakter alle möglichen Kampfsituationen vorhersehen und entsprechend auf sie reagieren”, sagt Lutteroth.

Für die Umsetzung des Forschungsprojekts tat sich das Team mit dem britischen Spielestudio Ninja Theory (“Hellblade: Senua’s Sacrifice”) zusammen. Schauspieler aus Fleisch und Blut schlüpften in einen Motion-Capturing-Anzug und vollführten Schwertkampfmanöver. Die aufgezeichneten Bewegungsmuster dienten der Touche-KI anschließend als Trainingsmaterial.

KI-Schwertkampf kommt besser an

Spielentwickler können das Verhalten der KI-gesteuerten Schwertkämpfer anhand mehrerer Parameter wie Kampferfahrung und Aggressivität anpassen.

Für eine vorläufige Studie nahmen zwölf Freiwillige an zwei dreiminütigen VR-Schwertkämpfen teil: Im ersten erlebten sie einen Schwertkampf mit herkömmlicher Technologie, im zweiten mit Touche. Die Studienteilnehmer bevorzugten letzteres System, weil es Kämpfe weniger repetitiv und herausfordernder machte.

“Spielentwickler sehen in Touche einen wichtigen Schritt in Richtung datengetriebener Interaktionstechniken. Die Technologie könnte schon bald in kommerziellen Spielen zum Einsatz kommen”, sagt Javier Dehesa. Der Touche-Mitwirkende sprach mit Entwicklern, die Touch ausprobiert hatten. Arbeitet Ninja Theory möglicherweise an einem Schwertkampfspiel für VR-Brillen (Vergleich)?

Wer sich in die Forschung einlesen will, findet die wissenschaftliche Arbeit im Netz.

Quelle und Titelbild: University of Bath

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