Oculus Quest 2: Armband soll Handtracking verbessern
Ein Armband soll das Tippen per Handtracking auf VR-Tastaturen präziser machen. Wie funktioniert TapID?
Bislang funktioniert die Eingabe in VR-Apps vorrangig über Controller. Wer Facebooks autarke VR-Brille Oculus Quest 2 (Test) besitzt, kann einige VR-Apps mit bloßen Händen steuern. Die Quest 2 unterstützt wie auch ihr Vorgängermodell Handtracking. Beide Eingabemethoden haben allerdings gemeinsam, dass Text auf einer in der Luft schwebenden digitalen Tastatur eingetippt werden muss.
Das virtuelle Tippen im Raum funktioniert für die meisten Anwendungen vernünftig. Allerdings sind viele Nutzer sowohl mit dem Controller als auch beim Handtracking (Infos) deutlich langsamer als auf einer realen Tastatur. Besonders bei der Eingabe per Hand fehlt der haptische Widerstand einer realen Oberfläche, um sich zu orientieren. Das wollen Forscher nun mit einem neuen Eingabe-Tool ändern.
Die virtuelle Tastatur als ProduktivitätshemmnisDie ETH Zürich zeigt eine neue Methode, die das Arbeiten per Handtracking in VR deutlich präziser machen soll. Im dazugehörigen Forschungspapier stellt das Team eine These auf: Die Eingabe über VR-Controller oder per Hand in der Luft stelle das Haupthindernis für Produktivitätsszenarien in der Virtual Reality (Guide) dar.
Beide Eingabemethoden erschweren demnach eine kontinuierliche Interaktion über längere Zeiträume, was eine Hauptanforderung an produktives Arbeiten sei. Um dieser Anforderung im virtuellen Raum gerecht zu werden, eigne sich den Forschern nach die schnelle Touch-Interaktion auf passiven Oberflächen am besten.
Benutzer seien an diese Eingabemethode durch das Tippen auf Smartphones und Tablets gewöhnt. Ermöglichen soll das ein am Handgelenk getragenes Sensorsystem. „TapID“ besteht aus zwei flexiblen Armbändern, in die jeweils zwei Bewegungssensoren und ein Chip mit KI-System zur Datenverarbeitung eingebettet sind.
TapID: So verbessert ein Armband das HandtrackingTippen Nutzer auf eine reale Oberfläche wie dem Schreibtisch oder dem eigenen Unterarm, erkennt das Armband die Bewegungen der einzelnen Finger. Das gelingt durch einen Algorithmus für maschinelles Lernen, der die einzigartigen Vibrationen des jeweiligen Fingerknochens analysiert.
Die Sensoren an den Armbändern nehmen also kleinste Bewegungen genauer auf, als es den Kameras einer VR-Brille (Übersicht) möglich ist. Die Tipp-Signale der Fingerknochen gleicht TapID mit den von der VR-Brille erfassten Handbewegungen ab. Dadurch wird die Eingabe der Fingerspitzen an der korrekten Stelle im virtuellen Raum ausgelöst.
TapID soll die Bedienung virtueller Kacheln oder Cursor-Tasten vereinfachen und präzise Eingaben auf digitalen Tastaturen bis hin zum Klavierspielen ermöglichen. Anfühlen soll sich das Ganze wie das Tippen auf einem Tablet. Das System könne problemlos in bestehende VR-Brillen mit Handtracking eingebunden werden. Bislang erkennt TapID allerdings nur einzelne Fingerbewegungen.
Eine Multi-Touch-Eingabe, wie etwa das vom Smartphone bekannte Hineinzoomen in ein Bild mit zwei Fingern, unterstützt es nicht. Zudem wurde das System nur im Sitzen getestet. Der Einfluss der Körperbewegung, wenn TapID beispielsweise im Stehen eingesetzt wird, müsse noch evaluiert werden, ebenso wie weitere Oberflächen. Während der Forschung wurde lediglich auf glatten Bürotischen und am eigenen Unterarm getippt.
Effiziente VR-Texteingabe – geht das überhaupt?Es gibt auf der Oculus Quest einige Business-Apps, die auf Kollaboration und Produktivität ausgelegt sind. Anwendungen wie Spatial oder Immersed bieten sehr umfangreiche virtuelle Arbeitsumgebungen. Ein dauerhafter Umstieg vom realen in den virtuellen Workspace fällt vielen Menschen aber nach wie vor schwer.
Die virtuelle Tastatur in Immersed wird mit einer echten [...]
Filed under: Haptik-VR,Oculus Quest 2,Tech,Technik,Virtual Reality,VR - @ 20. März 2021 10:42